Alleinsein heißt nicht, einsam sein

Fotograf: Michael Förster

Ich spüre des Öfteren die Blicke anderer auf mir, wenn ich Aktivitäten oder Reisen allein unternehme. 
Es schweben Sätze in der Luft wie "Ist die zu kompliziert, als dass es andere mit ihr aushalten?!". Aber das ist am Ende natürlich nicht der Grund. Vielmehr genieße ich bewusst, die Momente, in denen ich den Fokus auf mich und meine Gedanken richten kann. 

Meine Tipps, um Zeit mit sich zu verbringen.
  

 

 

Im Café

Wann hast du dich das letzte Mal in ein Café ans Fenster oder auf die Terrasse gesetzt und nichts gemacht? Nichts weiter, als Menschen beim hastigen Vorbeieilen zu beobachten, den Wolken beim Vorbeiziehen zu zuschauen und den eigenen Gedanken freien Lauf zu lassen. 
Es ist schwierig kreativ zu werden, wenn man ständig auf sein Smartphone schaut und dem Geist keine Ruhe lässt, einfach mal zu fließen. 

In der Mittagspause 
Jetzt im Sommer habe ich immer ein kleines Handtuch dabei, um es mir auf einer Bank oder im Park gemütlich zu machen. Für mich ist kaum etwas so wirkungsvoll, um tagsüber runterzukommen, wie 30 Minuten für mich zu sein und in Ruhe einen Snack zu essen. Bei kälteren Temperaturen tut es auch ein Spaziergang um den Block.

Das lässt sich auch prima kombinieren: Einfach nach dem Essen mit Kollegen noch 5 Minuten spazieren gehen und kräftig durchatmen.

Fotograf: Michael Förster

 

Auf dem Heimweg 

Da ich tagsüber mit vielen Menschen Kontakt habe, um zusammen Lösungen zu finden, merke ich wie ich abends oft leer und emotional ausgelaugt bin. Um den dann aufkommenden Frust nicht an der Familie und den Freunden auszulassen, die es ja am allerwenigsten verdient haben, mach ich hin und wieder einen kurzen Umweg. Wer sagt denn, dass ich auf direktem Weg nach Hause gehen muss, wo dann im Zweifel auch der Geschirrspüler und die Waschmaschine auf mich warten?

Warum nicht noch einen kurzen Zwischenstopp im Café, im Park oder am See einlegen und mal nichts tun oder noch zwei Seiten im Lieblingsbuch lesen?

Fotograf: Michael Förster

Auf Reisen 
Natürlich kommt nicht jedes Reiseziel gleichermaßen in Frage, wenn es darum geht, allein (als Frau) zu verreisen. Aber es gibt durchaus schöne Flecken in Deutschland und auf der Welt, in denen man ausgezeichnet Zeit mit sich selbst verbringen kann. 
Ob Wellness an der Ostsee oder mit dem Rucksack durch Kanada. Je nach Jahreszeit, Urlaubstagen und Geldbeutel bieten sich viele Gelegenheiten. 
Vor zwei Jahren habe ich mich auf den Weg nach Australien gemacht. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen: Vorbereitung ist einiges, aber nicht alles. 
Je spontaner du unterwegs sein kannst, desto spannender sind die Bekanntschaften und umso schöner die Erlebnisse. Man muss auch nicht permanent allein sein, es bieten sich ständig Gelegenheiten, in denen man sich für die Gesellschaft Mitreisender oder Einheimischer entscheiden kann. Sich einfach mal treiben zu lassen, hat mich darin bestärkt, dass es im Leben immer irgendwie weitergeht. 
Dazu kommt beim Alleine-Reisen, dass man alles in seinem persönlichen Tempo erleben kann ohne Rücksicht auf die Gruppe. Noch heute ziehe ich Kraft und Motivation aus meiner Reise und träume schon von der nächsten.

Selbstverständlich muss niemand sofort allein verreisen. Das Gefühl von, ich kümmere mich heute um mich, kann man auch bei einem Kinobesuch, bei einer Runde durch eine Kunstausstellung oder auf einem Flohmarkt verspüren.

 

Am Ende ist es für mich am Schönsten, bewusst allein und bewusst in Gesellschaft sein zu können. Für mich ist es ein Gleichgewicht, bei dem beide Seiten beachtet werden müssen, um mental ausbalanciert zu sein.

Wann hast du das letzte Mal Zeit mit dir verbracht?

 

Alles Liebe,

Larissa

 

P.S. Zum Schluss noch ein ganz großes Dankeschön an Michael Förster, der viele der Bilder aus dem Beitrag gemacht hat. Tolle Arbeit, ausgezeichneter Fotograf!

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Kommentare: 2
  • #1

    Marina (Donnerstag, 08 September 2016 11:44)

    Liebe Larissa,

    danke für den tollen Beitrag! Ich kann mich mit dem was du sagst sehr gut identifizieren. Ich nehme mir bewusst Zeit für mich, einen Abend unter der Woche, einen Tag am Wochenende oder so wie im letzten Jahr eben 3 Monate auf einer Rucksackreise durch Südamerika, die sich wohlgemerkt auch als alleinreisende Frau ohne weiteres bewältigen und genießen ließ;-) Ich finde, dass, wenn ich mal außer Balance gerate, nur ich selber mich wieder auf 100% bringen kann. Das braucht mitunter seine Zeit. Aber niemand anders kann mir das geben, was die Zeit allein mit mir heilt. Der Anfang fällt nicht immer leicht, aber am Ende empfinde ich es als Balsam für die Seele.

    Alles Liebe
    Marina

  • #2

    Sonnengruen (Donnerstag, 08 September 2016 11:54)

    Liebe Marina,

    genau das ist es. Sobald es nicht irgendeine Form der Gesellschaft oder Beschäftigung gibt, sind viele Menschen nicht entspannt. Selbst das Entspannen nimmt man sich bewusst im Yoga-Kurs vor. Doch ich finde, das hilft alles nichts, wenn man es nicht bewusst genießen kann, mich sich selbst zu sein.
    Das ist eine super Erfahrung von dir! Manchmal braucht man nur das Quäntchen Mut oder ein bisschen Verrücktheit, um die Hemmschwelle zu überfingen. Aber es lohnt sich!

    Ich drück dich,
    Larissa