Saigon und Mekong Delta - der Süden

Ho Chi Minh Stadt (früher Saigon) ist eine Stadt, in der das Leben pulsiert. Hier ist es so viel voller als in Hanoi und es ist viel mehr los. 

Kein Wunder, schließlich übertrifft die Einwohnerzahl Saigons die von Hanoi etwa um das Siebenfache. 

Wir fragen uns mehr als einmal, warum nicht Saigon die Hauptstadt ist. 

Gegen 18 Uhr geht die Sonne unter, es ist also schon recht früh dunkel. Doch das tut dem emsigen Treiben keinen Abbruch, die Nacht wird zum Tag gemacht. Die Menschen gehen in die Parks und treiben Sport, machen Erledigungen und gehen lieber unter Menschen, als allein zuhause zu sitzen. 

Die hohen Gebäude sind bunt beleuchtet und ein Lichtermeer aus Motorrollern schiebt sich durch die Straßen. 

Besonders schön lässt sich die Beleuchtung der Stadt aus der Höhe beobachten, zum Beispiel von einer der Rooftop Bars.

 

Frühstück in der ABC Bakery

 

 

 

Was Brot und Backwaren angeht, sind wir in Deutschland echt verwöhnt, gerade bei Vollkornprodukten. 

Nach einigen Tagen und viel weißem Brot kommt auch bei uns der Appetit nach dem guten alten Vollkornbrot beziehungsweise dunklem Brot auf.

 

Wohl auch deswegen sind wir so begeistert von der ABC Bakery, die genau das anbietet und auf Wunsch unterschiedlich belegt.

 

Fruchtige Erfrischung

 

 

Exotische Früchte finden wir in Saigon in einer atemberaubenden Vielfalt. Dabei gibt es viele uns bekannte sowie etliche unbekannte Sorten, zum Beispiel Cherimoya über die ich etwas später, in dem Bericht zum Mekong Delta, erzählen werde.

Richtig gut gefallen uns die kleinen Läden am Straßenrand, die aus reifen Früchten frische Säfte pressen.

Man wählt einfach aus dem Angebot der Früchte und bekommt im Nu eine Erfrischung. Ananassaft ist gerade unser absolutes Highlight. 

 

 

 

Mittag im Bong Sung Vegetarian Food & Coffee

Authentisches asiatisches Essen, alles pflanzenbasiert, haben wir im Bong Sung gefunden. Es gibt wieder ganz viel frisches Gemüse, mit einer Bohnenpaste gefüllte Teigtaschen, Saitan und braunem Reis. Reis gehört hier zwar zum guten Ton, aber die braune Variante hatten wir in Vietnam bisher noch nicht auf dem Teller. Alles ist wirklich sehr lecker und wunderbar frisch. 

Leider sind die Augen doch größer als der Magen, was auch an der Wärme (um 35 Grad) liegen mag, aber verschwendet wird zum Glück nichts. Die freundliche Kellnerin ist so aufmerksam und packt uns den Rest liebevoll ein. 

Medizinmuseum

Ein besonderes Erlebnis ist für mich das Museum über die Geschichte der Heilkunde in Saigon.

Das Museum liegt etwas außerhalb der unmittelbaren City und zeigt auf vier Etagen historische Waagen, Teekannen, Werkzeuge zum Zubereiten von Rezepturen, Gläschen mit Zutaten und alte Schriften. 

Die Geschichte der Heilkunde reicht im Vietnam viele Jahrhunderte zurück. Es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber auch wesentliche Unterschiede der Gebräuche im Norden und Süden Vietnams und auch zur Traditionellen Chinesischen Medizin. 

Sehr interessant finde ich auch die alten Zeichnungen und Holzschnitze über Gesundheitsbehandlungen der Vergangenheit. Die werden dadurch richtig plastisch. 

Am Ende der kurzen Führung bekommt jeder noch ein Glas Grünen Tee, der hier besonders wegen seiner antioxidativen Eigenschaft geschätzt wird.

 

Auf dem Rückweg bekommen meine Füße eine kleine Laufpause. Uber bietet in Ho Chi Minh City Roller-Taxis an. Auf genau diesen Service habe ich gewartet und freu mich über den erfrischenden Fahrtwind und die Perspektive vom Roller aus. 

Gegen frühen Abend nimmt der Verkehr merklich zu, selbst auf dem wendigen Roller müssen wir uns öfter anstellen und warten bis wir innerhalb der Rollermassen vorwärts kommen. Die Angewohnheit einen Mundschutz zu tragen, verstehe ich jetzt besser. 

Trotzdem eine tolle Erfahrung!

 

 

Mekong Delta

Der Tag im Mekong Delta wird uns unvergesslich bleiben. Abends wünschen wir uns einen stillen, dunklen Raum, in dem wir das Gesehene verarbeiten können. 

Morgens früh werden wir von unserem einheimischen Guide abgeholt und mit ins etwa 200km entfernte Mekong Delta genommen. Unterwegs stoppen wir kurz an einem Markt, auf dem kein einziger Tourist, sondern ausschließlich Vietnamesen auszumachen sind und kommen in den Genuss der Cherimoya. 

Diese apfelähnliche Frucht schmeckt wunderbar süß und unbekannt. Ein wenig erinnert uns ihr Geschmack an Milch. 

Im Delta verbringen wir zwei erst einmal Zeit bei einer einheimischen Familie und unterstützen ein wenig beim Kochen an der offenen Kochstelle im Garten. Wir rösten Kokosbrot, sieben Mehl und formen kleine Plätzchen. Die herzliche Atmosphäre erfüllt uns mit viel Freude. Unser Guide nimmt uns mit in den Garten und zeigt uns den kleinen Obstgarten der Familie. Hier wachsen Bananen, Papayas und Jackfrüchte, aber auch Ingwer und Kräuter. 

Später gibt es eine Bootsfahrt über einen der Flussläufe. Das Wasser ist braun, am Ufer wachsen die Bäume und Sträucher wild. Immer mal wieder entdecken wir ein kleines Haus am Uferrand, Enten schwimmen auf dem Wasser. Wir fühlen uns wie in einer Dokumentation im Fernsehen. Es ist unglaublich und fühlt sich nicht echt an. 

So viel Natur, so wenig Mensch und kein einziger Tourist neben uns. 

Der ältere Herr, der uns durch das Delta führt, bastelt während der Fahrt aus großen Blättern eine kleine Windmühle und ein Armband. Diese kleinen Geschenke berühren uns sehr. Unser Herz ist voller Dankbarkeit. 

Wir klettern über eine Brücke aus dünnen Baumstämmen und erkunden auf Fahrrädern den ländlichen Teil des Deltas. Hier gibt es Reisfelder, Obst wächst am Wegesrand, Kinder winken uns aus Gärten zu und Fischernetze werden ins Wasser geworfen. Es ist idyllisch und unvergleichlich mit allem, was wir vorher gesehen haben 

Nach unserem Ausflug kehren wir noch mal zu der Familie vom Anfang zurück. Die Frauen haben inzwischen ein ganzes Festmahl zusammengekocht. Für uns ist es das wohl leckerste Essen, das wir bislang auf der Reise gegessen haben. Die gute alte Hausmannskost und alles ist vegan. Es gibt hier unter anderem Reis, Frühlingsrollen, eine Gemüsesuppe, eine Nudelpfanne und Seitan und zum Nachtisch frische Wassermelone. 

 

Der Tag geht zu Ende und damit ein außergewöhnliches Erlebnis, von dem wir noch unseren Enkeln erzählen wollen ;)

 

 

Nun werden wir das Land wechseln, es geht weiter nach Thailand. 

 

Alles Liebe

Larissa 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Daniela Schmitz (Donnerstag, 16 März 2017 23:30)

    Wahnsinn :-)))) ein toller Bericht!!! Als wäre ich mit dabei und dazu die traumhaften Fotos! Du hast eine wunderbare Art zu schreiben ... ich freue mich auf jede neue Zeile:-)! Ganz viel Spaß weiterhin .... Kussssssss

  • #2

    Larissa (Freitag, 17 März 2017 08:00)

    Danke, danke, danke!
    Das ist ein echt liebes Kompliment. Ich freu mich so sehr, dass es dir gefällt :)
    Und für uns wird es immer eine tolle Erinnerung bleiben.
    Liebe Grüße, Larissa